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Wie man Kindern Erwachsenenprobleme erklärt
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“Krankheitsaufklärung wirkt auf Kinder entlastend und stärkend!” Das betont Livia Koller ausdrücklich – und sie weiß, wovon sie spricht, denn sie leitet die Kindersprechstunde am Bezirkskrankenhaus Augsburg. Gemeinsam mit diesen Kindern hat sie ein Bilderbuch herausgegeben, das Erwachsenen dabei hilft, kindgerecht den Töchtern und Söhnen psychisch erkrankter Eltern zu erklären, was mit Mama oder Papa los ist.

 

“Wir sagen immer Debreziner dazu. Wie Kinder die psychischen Erkrankungen ihrer Eltern erklären” (Wißner-Verlag) ist ein Gemeinschaftsprojekt: In der Kindersprechstunde spricht die Diplom-Psychologin und Psychologische Psychotherapeutin Livia Koller mit den Kindern der Patienten, die im Bezirksklinikum Augsburg aufgrund psychischer Erkrankungen behandelt werden. Und diese Kinder wiederum finden eigenen Bilder und Wort für das, was da mit Mama und Papa passiert. Diese Bilder und Erklärungsmodelle sind im Buch versammelt. Zum Beispiel ist die Psychiatrie ein “Krankenhaus für unsichtbare Krankheiten”. Weil auch die Seele unsichtbar ist, und die ist dann krank, wenn die Gedanken und Gefühle weh tun.

 

So verstehen Kinder, was Erwachsenen fehlt, die vorher zu Hause vielleicht traurig, unberechenbar, wütend oder ängstlich waren. Dieses Verhalten haben die Kinder psychisch kranker Eltern erlebt – und das verunsichert sie, löst Schuldgefühle aus und macht ihnen Angst. Nach Livia Kollers Erfahrung ist es deswegen wichtig, beim Erleben und Wissen der Kinder anzufangen und gemeinsam mit ihnen zum Verstehen zu kommen. “Psychoedukation” heißt das, wenn dieses Wissen vermittelt wird.  Im Buch geschieht das in den Worten von Kindern und mit Bildern, die sie dazu gemalt haben. Erst geht es um das allgemeine Thema “psychische Erkrankung”, danach werden einzelne Krankheitsbilder dargestellt. Zum Beispiel die titelgebende Depression (“Wir sagen immer Debreziner dazu”) , die Schizophrenie (“Manche … hören oder sehen dann Sachen, die gar nicht da sind, … und werden … böse oder … ängstlich”) oder Borderline (“Konfetti”).

 

"Wir sagen immer Debreziner dazu" (Livia Koller, hinten) und "Erziehungsfähigkeit psychisch kranker Eltern richtig einschätzen und fördern" (Anita Plattner)
“Wir sagen immer Debreziner dazu” (Livia Koller, hinten) und “Erziehungsfähigkeit psychisch kranker Eltern richtig einschätzen und fördern” (Anita Plattner) befassen sich mit den Konsequenzen der Erkrankungen für die Kinder.

 

Dass unter den psychischen Erkrankungen von Erwachsenen nicht nur die Betroffenen selbst leiden, sondern auch ihre Kinder, hat auch Anita Plattner im Blick. Mit ihrem Buch “Die Erziehungsfähigkeit psychisch kranker Eltern richtig einschätzen und fördern” (Ernst Reinhardt Verlag) gibt die Diplom-Psychologin und Sachverständige für Sorge- und Umgangsrechtsfragen einen Überblick vor allem für diejenigen, die als Sozialpädagog:innen oder Familienpsycholog:innen in de Praxis mit den Familien zu tun haben. Das Buch versammelt Fachbeiträge von Expert:innen aus der Kinder- und Jugendtherapie, der Elternberatung und aus dem juristischen Umfeld.

 

Zunächst geht es um die Erziehungsfähigkeit der betroffenen Eltern und darum, wie sich verschiedene psychische Erkrankungen darauf und auf die Kinder auswirken können. Danach widmet sich das Buch der Arbeit mit den Familien, hier nimmt die Gesprächsführung mit den Kindern eine wichtige Rolle ein. Aber auch die Unterstützungsangebote und die rechtlichen Grundlagen werden dargelegt.

 

Wer mit Kindern zu tun hat, die mit solchen Problemen konfrontiert sind, findet mit diesen beiden Lesetipps einen guten Einstieg und das erforderliche Hintergrundwissen. 

 

Kompetenzen und Hintergrundwissen vermitteln wir auch in unseren kostenlosen Fortbildungen; mehr dazu erfährst du hier.

 

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