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Erfolgreicher Auftakt der Goldkind-Fortbildungen

Erfolgreicher Auftakt der Goldkind-Fortbildungen

Mit dem Thema Depression hat die Reihe der kostenlosen Fortbildungen für Fachkräfte und Helfer:innen begonnen: Zum Auftakt im GOLDKIND-Häuschen am 26. Oktober klärte Patricia Fonseca, Oberärztin Psychiatrie und Psychotherapie am MPI, über Symptome, Therapiemethoden und Handlungsstrategien bei Depressionen auf. Im Anschluss erläuterte Sozialpädagogin Annette Salzbrenner, welche Auswirkungen Depressionserkrankungen der Elternteile auf Kinder haben  und was zu tun ist.

 

Vor zehn interessierten Teilnehmer:innen begann die Fortbildungsreihe der Stiftung GOLDKIND. Thema am 26. Oktober: Depression. Oberärztin Patricia Fonseca erklärte zunächst kurz die fachliche Klassifizierung dieses Krankheitsbildes nach ICD 11 und die Unterschiede im Schweregrad.

Referentin Patricia Fonseca klärt zur Erkrankung Depression auf. Foto: Goldkind
Referentin Patricia Fonseca klärt zur Erkrankung Depression auf. Foto: Goldkind

Dann schilderte die Expertin vom Münchner Max-Planck-Insitut für Psychiatrie (MPI), welchen Kernsymptomen wir bei Erkrankten begegnen können: die gedrückte Stimmung ist anhaltend und überwiegend erkennbar, sie geht damit einher, dass sich Betroffene das Interesse an sogar lieb gewonnen Dingen und Themen verlieren und weniger aktiv sind als sonst. Hinzu kommt oft Müdigkeit – die dann noch verstärkt wird durch weitere Symptome, die häufig bei Depressionen auftreten, etwa Schlaflosigkeit, Appetitlosigkeit (oder -steigerung), Selbstzweifel, Schuldgefühle, Ängste. Wenn all das zum sozialen Rückzug und in einen Gedankenkreisel führt, steigern sich diese Aspekte gegenseitig immer weiter, die Abwärtsspirale läuft.

Dass sich hier Gedanken, Verhalten und Emotionen wechselseitig beeinflussen, ist zugleich die gute Nachricht: Verhaltensänderungen in kleinen Schritten (und kleine Belohnungen dafür) sind der Weg hinaus und können die Gedanken und Gefühle positiv beeinflussen, berichtete Fonseca, die täglich mit Patienten arbeitet. Was außerdem hilft: ein gutes Familiensystem oder weitere Bezugspersonen, Bildung, ein sicherer Arbeitsplatz und Wohnort.

Für die Therapie rät Fonseca dazu, klare Ziele zu vereinbaren, die Angehörigen einzubeziehen und weiterhin Aufgaben und Arbeit zu bewältigen: Das, so die Expertin, stärke das Gefühl der Selbstwirksamkeit, das so wichtig ist für den Heilungsprozess. Ebenso wie die Selbstfürsorge: Achtsam mit sich selbst umzugehen und sich auch für kleine Erfolge zu belohnen. Vor allem aber: Hilfe suchen und annehmen. Ob ein Klinikaufenthalt oder der regelmäßige Besuch bei Therapeutin und Therapeut das Richtige ist, hängt vom Schweregrad der Depression und der persönlichen Situation ab.

 

ENtwicklungsmodell nach Erikson
Entwicklungsmodell nach Erikson. Foto: Goldkind

Nach einer kurzen Pause widmete sich die erfahrene Sozialpädagogin Annette Salzbrenner den Auswirkungen, die es auf Kinder haben kann, wenn ihre Eltern an Depressionen erkrankt sind: Das veranschaulichte sie anhand des Entwicklungsmodells nach Erik Erikson: Hier wurde unmittelbar klar, in welchem Kindesalter welche Folgen auftreten können, wenn die Depression die Mutter oder den Vater daran hindert, für das Kind da zu sein und dessen Bedürfnisse beim Großwerden zu erfüllen.

Der Blick auf das Kind und seine Bedürfnisse und Interessen sowie die Strukturen, die ihm zur Verfügung stehen, helfen hier sehr. Je nach Grad der Auswirkungen kann der Weg zum Jugendamt und der ambulanten Erziehungshilfe angebracht sein – oder einfach direkte Unterstützung und Aufmerksamkeit für das Kind, manchmal ist es schon viel, beim Ausüben der Hobbys, die das Kind hat, zu helfen oder bei der Übernahme von Alltagstätigkeiten, für die den Eltern die Kraft aufgrund der Krankheit fehlt. Zugänglich und niedrigschwellig muss diese Hilfe erreichbar sein.

Wie man mit Kindern über die Erkrankung des Elternteils sprechen kann, kam aufgrund der fortgeschrittenen Zeit leider ein bisschen zu kurz – da helfen vielleicht unsere Lesetipps weiter, die auch Kinderbücher aufführen (zum Beispiel “Papa Panda ist krank. Ein Bilderbuch für Kinder mit depressivem Elternteil” von Anne Südbeck oder “Papas Seele hat Schnupfen” von Claudia Gliemann).

Abschließend gab Salzbrenner den Teilnehmer:innen noch einen Leitfaden (nach Addiction.de) mit zum Umgang mit Kindern erkrankter Eltern.

 

 

Annette Salzbrenner zum Umgang mit Kindern erkrankter Eltern.
Annette Salzbrenner zum Umgang mit Kindern erkrankter Eltern. Foto: Goldkind

 

Ein Video-Zusammenschnitt der ersten GOLDKIND-Fortbildung “Depression” wird in Kürze hier auf der Website bereitgestellt.
Der nächste Fortbildungstermin widmet sich dem Thema “Borderline & Bindung” am 9. November. Zur Anmeldung (wenige Plätze sind noch frei!) für diesen Kurs und den Termin im Dezember geht es hier entlang.

 

GOLDKIND-Geschäftsführerin Carolina Pougin bedankt sich für das Interesse.
GOLDKIND-Geschäftsführerin Carolina Pougin bedankt sich für das Interesse. Foto: Goldkind

 

 

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