Jahresbericht 2025 der GOLDKIND – Stiftung für Kinder aus dysfunktionalen Familien

Inhaltsverzeichnis

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Vorbemerkung

Im Jahr 2024 hat die GOLDKIND-Stiftung für Kinder aus dysfunktionalen Familien ihre Entwicklungsphase weitgehend abgeschlossen und widmete sich 2025 Projekten, die die Arbeit der Stiftung maßgeblich in der Zukunft prägen werden. Die ersten Angebote zu Vor-Ort-Hilfe wurden aufgenommen, die Entwicklung eines Manuals zum Umgang mit Kindern von psychisch erkrankten Elternteilen hat begonnen, umfangreiche Social-Media-Maßnahmen und Digitalangebote sorgen zunehmend für Reichweite und Resonanz in der Zielgruppe. Für 2026 wird dieses Momentum engagiert fortgesetzt. Ein weiterer Meilenstein ist die Entwicklung einer App für Kinder und Jugendliche aus belasteten Familiensituationen.

Zeitgleich ist auch der Personalstamm der Stiftung angewachsen: Seit dem 1. Januar 2025 unterstützt Susanne Herrmann im Bereich Projektleitung Geschäftsführerin Carolina Milberg. Seit dem 1. April 2025 ist Anja Janotta im Bereich Redaktion in Teilzeit fest angestellt. Zudem wird seit 1. November 2025 GOLDKIND von einer Doppel-Geschäftsführung geleitet: Dr. Lydia Unterberger, Psychologische Psychotherapeutin, Klinische Neuropsychologin (PTK) und Diplom-Psychologin, unterstützt die bisherige alleinige Geschäftsführerin Carolina Milberg.

Das Chat-Angebot wird weiterhin ressourcen- und lösungsorientiert geführt. Die Beraterinnen versuchen, die Klient:innen als Expert:innen für ihre eigene Situation zu stärken und bindungskorrigierende Impulse mit auf den Weg zu geben. Das Gespräch wird stets auf Augenhöhe und in wertschätzendem Ton gehalten.

Inhaltlich werden die Belastungen zunächst gehört und die bisherigen Bewältigungsstrategien gewürdigt – Psychoedukation findet statt. Im Verlauf wird gemeinsam überlegt, ob es ggf. funktionale Bewältigungsstrategien gibt, die dysfunktionale Mechanismen ablösen können. Zudem wird das Unterstützersystem abgefragt und weitere Hilfen werden installiert.

Wenn es einen erkennbaren familiären Zusammenhang gab, wurde den Ratsuchenden eine Beratung angeboten. Im Schnitt dauerte ein Beratungsgespräch 26 Minuten (Erhebung aus dem vierten Quartal 2025).

Die Themen der Gespräche nach Häufigkeit gelistet:

  1. Alltägliche Fragestellungen, z.B. Leistungsdruck in der Schule, Beziehungsfragen, Konflikte in Freundschaften
  2. Selbstverletzendes Verhalten inkl. Suizidgedanken
  3. Familie
  4. Psychische Erkrankungen
  5. Sonstige

Im Verlauf tiefer gehender Beratungsgespräche stellte sich heraus, dass die Probleme der erstgenannten Bereiche vielfach einen Ursprung in familiären Problemsituationen hatten.

Regelmäßige Teamsitzungen mit der GOLDKIND-Geschäftsführung sichern den Erfolg der Beratungsmaßnahmen.

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Der GOLDKIND-Kern: Beratung von Betroffenen

Die psychologischen Fachkräfte von psychologen-online.com stehen Kindern und Jugendlichen aus dysfunktionalen Familien dreimal in der Woche jeweils für zwei Stunden im Chat zur Verfügung. Die Organisation der Beraterinnen funktioniert zuverlässig mittels eines Backup-Systems, bei dem eine Beraterin auf Standby ist und bei großem Andrang zusätzlich hinzugezogen wird. Alle Anliegen der Ratsuchenden können so bearbeitet werden.

Mit zunehmender Bekanntheit haben sich auch die Anfragen vervielfacht. Insgesamt sind bei den Beraterinnen 3105 Kontaktaufnahmen (Vorjahr: 1452) aufgelaufen. Die Beraterinnen verzeichneten 909 Chat-Anfragen außerhalb der Beratungszeiten (2024: 507) und führten insgesamt 932 Live-Chat-Beratungen durch (2024: 552). Außerdem haben sie 546 Mailanfragen beantwortet (2024: 522).

Einmal im Monat ergänzt eine Sprechstunde für Erwachsene das Angebot, um auch Eltern und Helfende zu unterstützen, die mit Kindern aus dysfunktionalen Familien befasst sind.

50 Chats wurden 2025 mit Klient:innen geführt, die wiederholt in die Sprechstunde gekommen sind, wodurch sich kontinuierliche Beratungsprozesse ergeben – das spricht für die Verlässlichkeit und die Vertrauensbasis des Angebots.

Diese Wiederkehrenden nehmen den Kontakt wieder auf, um weitere Lösungswege zu erarbeiten, um neu entstandene Fragestellungen zu klären, um von Erfolgen zu berichten. Bereits bekannte Beraterinnen werden explizit verlangt, was auf einen guten Vertrauensaufbau und Beziehungsarbeit hindeutet, die in diesem Onlineangebot gut funktioniert.

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Zahlen, Daten, Fakten

Website-Zugriffe

Das Webangebot von GOLDKIND auf www.goldkind-stiftung.de
ist binnen Jahresfrist enorm gewachsen. Die Zugriffszahlen haben einen Zuwachs um 71,5 Prozent zu verzeichnen. 326.807 Zugriffe wurden im Jahr 2025 gezählt (2024: 190.518).

Die Website verzeichnete im Berichtsjahr 169.182 Besucher:innen (2024: 84.342), was einer Verdoppelung entspricht. Eine Sitzung dauerte im Schnitt 2 Minuten und 26 Sekunden (2024: 2 Minuten und 24 Sekunden).

2415 Kontaktanfragen wurden auf den Formularen der Website gezählt (Chat-Anfragen an die Beraterinnen über Tidio sind hier nicht enthalten), 707 kamen über das Kontaktformular, 403 über das GOLDKINDER-Formular. Zudem wurden 888 Anfragen zu Fortbildungen erfasst.

Das Angebot auf www.goldkind-stiftung.de wurde 2025 wie schon im Vorjahr zu einem Gutteil organisch in den Suchmaschinen gefunden. Der organische Anteil lag 2025 bei 29.879 Zugriffen bzw. 22,97 Prozent (2024: 16.720 Zugriffe bzw. 37,90 Prozent). 

Ein Großteil der Zugriffe wurde allerdings durch gezielte und optimierte SEO-Maßnahmen erzielt, insgesamt gehen 127.801 Zugriffe auf Suchmaschinenmarketing zurück.

Nach Analysen des SEO-Dienstleisters Akima ist der Traffic, der über auswärtige Kanäle zur GOLDKIND-Website kam, stark angestiegen – ausgenommen Youtube, wofür GOLDKIND derzeit keine neuen Inhalte produziert.

Durch laufende Optimierungen und gezielte Ausrichtung an der Zielgruppe wurde diese durch Ads noch besser erreicht und alle wesentlichen Kennzahlen gesteigert.

Zwar ist laut Akima der Traffic-Anteil über Social-Media-Kanäle an sich noch gering, er stieg im Laufe des Jahres aber um 423,3 Prozent an. Google-Ads brachten einen Besucheranstieg von 302,6 Prozent.

Am längsten bleiben die Nutzer:innen, die über einen externen Link auf die Seite kommen. Es folgen SEO-Traffic, Direkteingaben und Google Ads.

Die Google-Anzeigen steigerten die Anzahl der Conversions deutlich. Laut Akima wurden die allgemeinen Conversion-Rates für Information (von Akima bemessen an einer spezifischen Scrolltiefe und Verweildauer) sowie für Action (hier wird die Teilnahme an Chats und Beratung gemessen) um 259,3 Prozent ausgebaut.

Die SEO-Anzeigen wurden konsequent anhand des Feedbacks der Nutzer:innen und in enger Abstimmung mit der GOLDKIND-Geschäftsführung optimiert, weshalb die Klicks um 76,7 Prozent zunahmen. Die Klickrate kletterte um 144,2 Prozent. Weil zugleich die Kosten pro Klick um 40 Prozent gesenkt wurden, konnte man höhere Ergebnisse bei gleichem Budget erzielen.

Sehr niedrige Absprungraten sprechen laut Akima für eine hohe Qualität der Webinhalte und für ein gutes Angebot. 2026 soll der Erfolg weiter gesteigert werden. Dazu will der SEO-Dienstleister auch die Sichtbarkeit von GOLDKIND-Angeboten bei Chatbots wie ChatGPT nochmals erhöhen.

NEWSLETTER

Mindestens einmal monatlich informiert die Stiftung GOLDKIND per Newsletter Interessierte über Neuigkeiten der Stiftung sowie neue Fortbildungsangebote.

Die Zahl der Abonnent:innen hat sich im Berichtsjahr um mehr als die Hälfte gesteigert. Ende 2024 verzeichnete die Stiftung GOLDKIND noch 450 Abonnent:innen, Ende 2025 sind es 729.

Besonders erfreulich ist die weiterhin hohe Öffnungsrate des Newsletters, die je nach Quartal im vergangenen Jahr zwischen 35 und 48 Prozent betrug. Dies spricht für eine hohe Relevanz der Inhalte für die Leserschaft.

SOCIAL MEDIA

Einen erfreulichen Sprung in der Sichtbarkeit hat die Stiftung GOLDKIND bei den Social-MediaPlattformen erzielt. Durch einen Ausbau der Aktivitäten für die jüngere Zielgruppe bei Tiktok ist die Reichweite enorm gesteigert worden. Bei Instagram werden vor allem helfende Erwachsene angesprochen. Bei Linkedin liegt der GOLDKIND-Fokus auf Fachleuten der Branche.

Im Zuge der Social-Media-Initiative ist die Posting-Frequenz zur zweiten Jahreshälfte massiv ausgeweitet worden.

Auf Tiktok spricht GOLDKIND seit dem vierten Quartal 2025 die Jugendlichen mit einem neu eingerichteten Angebot an. Die Werkstudentin Rebecca Treplin, Bachelor-Studentin der Psychologie, erklärt in kurzen Clips, wie Therapie wirkt und wo man schnell Hilfe bekommen kann. Sie gibt Tipps zur Selbstregulierung und weist in regelmäßigen Abständen auf die GOLDKIND-Sprechstunde hin.

Die Serie ist sehr gut gestartet, einzelne Videos haben bereits deutlich vierstellige Zugriffszahlen. Besonders beliebt ist das Video „Depression kurz erklärt“. Ende 2025 waren binnen drei Monaten auf dem Tiktok-Kanal von GOLDKIND bereits 30.000 Aufrufe zu verzeichnen, 153 Abonnent:innen wurden gewonnen, 881 Likes erzielt.

Mit zunehmender Posting-Frequenz ist auch die Aufmerksamkeit für die Marke GOLDKIND bei Instagram stark angestiegen. 50.400 Inhaltsaufrufe wurden für das gesamte Jahr gemessen, 728 Abonnent:innen haben den Kanal von GOLDKIND im Portfolio, 860 Interaktionen mit den GOLDKIND-Inhalten wurden verzeichnet.

Auf Linkedin ist die Präsenz von GOLDKIND nochmals vertieft worden. Derzeit hat die Stiftung 37 Abonnent:innen und wurde 39.810-mal aufgerufen.

Währenddessen ist der GOLDKIND-Kanal auf Youtube nicht mit neuen Inhalten bestückt worden und weist dennoch beständig 2760 Abonnent:innen aus. Insgesamt wurden 54.245 Videoaufrufe gezählt (2024: 91.471).

Podcasts

Die Podcasts wurden 2024 auf einem hohen inhaltlichen Referenzniveau eingefroren. Dennoch werden sie weiterhin gehört: Hier wurden für das Jahr 2025 insgesamt 14.997 Abrufe registriert.

Fortbildungen

Die GOLDKIND-Fortbildungen erfahren immer größere Resonanz. Im Jahr 2025 haben an den monatlichen Fortbildungen insgesamt 470 Fachleute teilgenommen und ein TeilnahmeZertifikat erhalten. Die Veranstaltung „Kindgerechte Psychoedukation“ der Psychologischen Psychotherapeutin und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin Livia Koller im Dezember 2025 war mit 89 Teilnehmenden die meistfrequentierte Fortbildung. Das thematische Angebot soll um weitere Inhalte ergänzt werden, um mehr Interessent:innen und Wiederkehrer:innen zur Teilnahme zu bewegen.

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Die GOLDKIND-Website

Neue Inhalte auf der Website

Der Bereich Fachwissen-Bibliothek wurde um ein Interview mit Prof. Dr. Michael Borg-Laufs erweitert, Thema war sein 2025 erschienenes Fachbuch „Psychologie für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen mit psychischen Problemen“.

Hier bekommen Fachkräfte der Sozialen Arbeit einen ersten Einblick in verschiedene Störungsbilder und Befundbögen an die Hand, mit denen sie sich ein gesamtheitliches Bild der betroffenen Person machen können.

Des Weiteren werden sukzessive mehrere Betroffenenberichte online gehen, die eine besondere Identifikation von Kindern und Jugendlichen aus belasteten Familien ermöglichen.

Der Fachwissensbereich wurde 2025 schon um die Erklärung mehrerer Störungsbilder erweitert, 2026 sollen weitere hinzukommen, um allen Betroffenen und Interessierten einen möglichst lückenlosen Überblick geben zu können, welche Art Störungen im Familienumfeld das Zusammenleben erschweren können.

Der Spendenbereich soll mit zusätzlichen Informationen weiter ausgebaut und künftig sichtbarer platziert werden, um zusätzliche Gelder für die Stiftung und damit für die Unterstützung von Kindern aus belasteten Familien akquirieren zu können.

Schulinformationen

Die Schulpakete, die GOLDKIND auf Anfrage bislang verschickt hat, können nun auf einer eigenen Unterseite bestellt bzw. als PDF-Material heruntergeladen werden. Das Angebot wurde in den letzten beiden Quartalen des Jahres rege genutzt.

GOLDKIND-Website wurde barrierefrei

Bis zum 28. Juni 2025 mussten professionelle Anbieter und Organisationen in Deutschland ihre Web-Angebote für Menschen mit Behinderung oder Einschränkungen besser zugänglich gestalten.

Seit Ende des 2. Quartals ist die Website www.goldkind-stiftung.de
barrierefrei zugänglich. Das entsprechende Icon – ein Strichmännchen in der GOLDKIND-Farbe Orange – wird fortlaufend auf jeder Seite unten rechts eingeblendet.

Bei Klick darauf öffnen sich u.a. die Funktionen wie „Größerer Text“, „Größere Zeilenhöhe“ etc., die die Navigation innerhalb einzelner Seiten vereinfachen sowie verschiedene Layout-Anpassungen ermöglichen.

GOLDKIND-Website in Leichter Sprache

Zeitgleich ist Ende Juni eine Seite in Leichter Sprache online gegangen. Der Text, in dem die Arbeit und das Angebot von GOLDKIND umrissen wird, ist nach umfangreicher Schulung erstellt worden und wurde durch eine Prüfgruppe auf die Tauglichkeit für die Zielgruppe getestet und daraufhin angepasst.

Dazu wurden zum Teil noch eigene entsprechende Visuals gestaltet, die die Erfassung der Inhalte zusätzlich unterstützen.

Die neue Seite ermöglicht Nutzer:innen mit Deutsch als Zweitsprache oder kognitiven Einschränkungen eine bessere Teilhabe am Angebot von GOLDKIND.

Hier führt das allgemeingültige Icon für Leichte Sprache in der oberen Menüleiste zum entsprechenden Text.

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Neuer Imagefilm

In der Vorweihnachtszeit des Jahres 2025 ist ein neuer Imagefilm gestaltet worden, der die Arbeit der Stiftung und die Erfolge des Jahres herausstellt. Hierzu wurde eigens neues Material mit zwei jugendlichen Protagonist:innen gedreht. Der Schwerpunkt lag dabei deutlich auf der Spendenakquise für die Stiftung. Der Imagefilm ist auf allen Social-Media-Kanälen, auf Youtube und auf der Website verfügbar.

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GOLDKIND vor Ort

Das erste Quartal 2025 markierte einen weiteren Meilenstein von GOLDKIND: Zunächst als Angebot digital gestartet, können sich Kinder nun auch vor Ort direkt Hilfe suchen. Mit einem Kooperationspartner in München unterstützt GOLDKIND direkte Sprechstunden.

In München arbeitet GOLDKIND hierzu mit der Gesellschaft für Soziale Arbeit (GfSA) zusammen. In den Räumen der Jugendhilfeeinrichtung wurde eine neue Anlaufstelle für Kinder und Jugendliche in belastenden familiären Lebenssituationen sowie deren mitbetroffene Eltern eingerichtet: Unter dem Namen GOLDKIND-Sprechstunde der GfSA erhalten die Betroffenen zielgerichtete persönliche Beratung und individuelle Unterstützung.

Auf Wunsch kann die persönliche Beratung anonym stattfinden, um den Jugendlichen einen sicheren Raum zu garantieren. Über die Website von GOLDKIND können die Jugendlichen oder ein Elternteil direkt ihren flexiblen Termin mit ihrer Vertrauensperson vereinbaren. Vor allem Mütter fragen die Sprechstunde nach, die sich aufgrund der Familiensituation Sorgen um die belasteten Kinder machen.

Von Mitte Februar bis Mitte Dezember 2025 haben 90 Termine stattgefunden mit 15 Fällen/Familien.

Zusätzlich zur Sprechstunde arbeitet die Stiftung GOLDKIND seit Anfang 2025 mit der GfSA beim Pat:innenprogramm „Power2 – Patenschaften für Kinder und Jugendliche“ zusammen. GOLDKIND hilft vor allem mit seiner Reichweite dabei, qualifizierte Patinnen und Paten zu finden.

In Augsburg fördert GOLDKIND seit 2024 das Patenprogramm Compagnon der Psychotherapeutin Livia Koller, angeschlossen an die Universität Augsburg (UNIA). Diese Förderung wurde 2025 fortgesetzt. Beide Programme werden 2026 weiterhin von GOLDKIND unterstützt.

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Manual zur Arbeit mit Kindern von psychisch erkrankten Eltern

Mit „Hermine“ entsteht erstmals ein modular aufgebautes, praxisnahes Manual, das systematisch die Perspektive von Kindern psychisch erkrankter Eltern in die Erwachsenenpsychiatrie integriert.

Die Stiftung GOLDKIND hat 2025 die Förderung dieses Forschungsprojektes an der Universität Augsburg (UNIA) übernommen: GOLDKIND Geschäftsführerin Carolina Milberg und GOLDKIND-Stifter Jan Fischer haben gemeinsam mit Professor Alkomiet Hasan, Leiter der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik und Lehrstuhlinhaber für Psychiatrie und Psychotherapie an der Universität Augsburg (UNIA) und zugleich Direktor des BKH Augsburg, einen Kooperationsvertrag geschlossen.

Die Projektleitung für das Handbuch „Hermine“ liegt bei Prof. Alkomiet Hasan für die UNIA und bei der Beirätin Dr. Sophie Greiner für die Stiftung GOLDKIND.

Das Manual „Hermine“ ist ein Handbuch für die Beratung von Kindern mit psychisch erkrankten Eltern. Hermine ermittelt die Kernpunkte und wesentlichen Bestandteile der Kindersprechstunde am BKH Augsburg, geleitet von der Psychotherapeutin Livia Koller.

Bei dem 2007 gegründeten Angebot finden betroffene Kinder eine erste Anlaufstelle an der gleichen Einrichtung, in der ihre Eltern in Behandlung sind.

Darüber hinaus wird Hermine in mehreren Stufen entwickelt und soll als Handreichung dienen, die von niedrigschwelliger (Selbst-)Hilfe über Informationen für Laienhelfende bis zum Leitfaden für Onlineberatungen und hochprofessionalisierte Fachkräfte der Jugendarbeit, Erwachsenenpsychiatrie und -psychotherapie und der Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie reicht.

So können modulare Ausbaustufen – je nach den geeigneten Kooperationspartnern – über die Erwachsenenpsychiatrie hinaus implementiert werden, beispielsweise in Beratungsstellen.

Auch ein Schulungskonzept für die zertifizierte Weiterbildung von Fachkräften in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen – von Kinderärzt:innen über Pädagog:innen und Sozialarbeiter:innen bis Psycholog:innen – soll aus dem Manual abgeleitet werden.

Die ersten Mitarbeitenden sind bereits gefunden worden und haben ihre Arbeit aufgenommen. Hier wurde ein erstes Konzept erstellt, das die Punkte rechtliche Grundlagen, praktische Form der Einbindung in die Erwachsenen-Psychiatrie, Kernabläufe einer Sprechstunde, Zugang zu Eltern bzw. Kindern, therapeutische Vorgehensweise, Psychoedukation, adressatengerechte Ansprache beinhaltet.

Die Universität Augsburg will nun ihrerseits weiterführend ggf. mittels Studie beforschen lassen, inwieweit das Thema Kinder bei der Behandlung von Erwachsenen in der Therapie überhaupt repräsentiert ist.

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Umfangreicher Netzwerkausbau

Neue Netzwerkpartner

Das Jahr 2025 stand unter der weiteren Maßgabe, die Vernetzung der Stiftung mit verschiedenen wichtigen Playern der Branche voranzutreiben. Hier war vordringlich Susanne Herrmann, seit dem 1. Januar 2025 festangestellt bei GOLDKIND, für die Stiftung aktiv.

Im Juli ist die Stiftung als Mitglied dem Bündnis für Prävention Bayern beigetreten. GOLDKIND-Geschäftsführerin Carolina Milberg bekam die Urkunde zur Aufnahme direkt von der Bayerischen Staatsministerin für Gesundheit Judith Gerlach im Rahmen eines Empfangs in der Münchner Residenz überreicht.

Im Rahmen des Bündnisses wird GOLDKIND dazu beitragen, für Prävention neue Wege zu finden sowie seelische Gesundheit und Prävention noch stärker in der Mitte der Gesellschaft zu verankern.

Mit vielen weiteren Playern sind ein regelmäßiger Austausch, gegenseitige Verlinkung und Empfehlung auf den jeweiligen Angeboten angestoßen worden.

So ist GOLDKIND Mitglied im Netzwerk Pausentaste, einer Initiative des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend für pflegende Kinder und Jugendliche.

Mit dem Verein HealthCare Bayern steht die Stiftung GOLDKIND nach einer Teilnahme an der von dem Verein ausgerichteten Konferenz im direkten Austausch. Der Kontakt zu der auf Traumafolgenhilfe und Krisenintervention spezialisierten Münchner Stiftung AETAS wurde ausgebaut.

Mitte Dezember wurde die Stiftung GOLDKIND auf der Website der Stadt München unter den empfohlenen Stiftungen aufgenommen.

Auf der sächsischen Jugend-App Yoggl ist GOLDKIND seit September 2025 mit dem Live-Chat als Angebot für Kinder und Jugendliche verlinkt.

Beim Jugendhilfeportal hat die Stiftung Mitte des Jahres einen festen Eintrag erhalten. Ebenso hat die App Between the lines, die als digitalisierte Jugendhilfe erste Orientierung bei gewissen Problemstellungen liefert (Magersucht, Schulprobleme, familiäre Probleme etc.), GOLDKIND in der Liste der Hilfsangebote via Handy aufgenommen.

Außerdem informieren weitere bundesweite Initiativen wie die vom Bund geförderte Plattform KidKit über den Beratungs-Chat von GOLDKIND.

GOLDKIND auf Messen und Branchenveranstaltungen

Beim DGVT-Kongress von 19. bis 23. März wurde GOLDKIND-Beirat Prof. Michael Borg-Laufs für sein Werk geehrt. Auf dem Kongress wurde die Stiftung GOLDKIND von dem Preisträger und den Beraterinnen auf einem Panel vorgestellt und gemeinsam mit Prof. Dr. Johanna Löchner (Universität Tübingen) über die Chancen und Risiken von digitalen Therapieangeboten diskutiert.

Am 3./4. April war die Stiftung auf der Fachtagung BAG KipE in Mönchengladbach präsent. Die Veranstaltung diente der Information, Vernetzung und dem allgemeinen Austausch. Beirat Prof. Michael Borg-Laufs hat dort einen Vortrag gehalten, wie sich die psychische Erkrankung eines Elternteils auf die Familiendynamik auswirkt.

GOLDKIND-Beraterin Susanne Herrmann war am 28. April auf der Jahrestagung vom Aktionsbündnis Seelische Gesundheit (ABSG) präsent, bei dem GOLDKIND seit mehreren Jahren Mitglied ist. Im Vordergrund stehen hier Prävention und der Abbau von Stigmatisierung von Menschen mit psychischen Erkrankungen.

Am 24. und 25. Juni war GOLDKIND vertreten bei der Fachtagung „Kinder sehen – stärken – schützen“ des Vernetzungs-Projekts A:aufklaren Hamburg, einer Vereinigung zur Unterstützung von Kindern psychisch kranker Eltern. Hier wurden einige wertvolle Kontakte geknüpft, das Thema anhand vieler informativer Fachvorträge vertieft und GOLDKIND in der Branche bekannter gemacht.

GOLDKIND war zudem mit einem eigenen Stand auf dem 18. Kinder- und Jugendhilfetag vom 13. bis 15. Mai in Leipzig präsent, der vom Bundesfamilienministerium gefördert wird. Er findet nur alle drei bis vier Jahre statt und gilt als die größte Veranstaltung Europas für die Jugendhilfe.

Die Messepräsenz diente vor allem der stärkeren Vernetzung innerhalb der Branche und sollte eine weitere Aufmerksamkeit für die Marke GOLDKIND erzielen. Mindestens 800 qualifizierte Kontakte wurden bei dem Auftritt erzielt.

Im Juli war die Stiftung auf dem Beratungstag der Familienkasse im Jobcenter vertreten und konnte mit Flyermaterial direkt die betroffene Zielgruppe erreichen.

Die Münchner Aktionswoche Seelische Gesundheit vom 9. bis 17. Oktober 2025 hat die Stiftung mit einem digitalen Messestand und aktiver Aufklärungsarbeit auf Social-Media begleitet.

Die ConSozial in Nürnberg am 29./30. Oktober 2025 wurde ebenfalls besucht und die Vernetzung mit wichtigen deutschlandweiten Playern der Branche vorangetrieben.

Bei der Online-Fachtagung Kleine Heldinnen in Not der Vereinigung KipsFam vom 6./7. November war die Stiftung mit dem Ziel fachliche Weiterbildung, politische Vernetzung und weitere Vernetzung innerhalb der Branche ebenso vertreten.

Bei der Lehrermesse BLLV Oberbayern am 19. November in Fürstenfeldbruck ist die Stiftung GOLDKIND mit einem eigenen Stand angetreten und hat die Stiftung, ihr Angebot und das Schul-Informationsmaterial den Lehrer:innen und Pädagog:innen aus Oberbayern vorstellen können.

Die Schüler:innen aus München und der umliegenden Region wurden gezielt angesprochen auf dem Schülerkongress besser::25.

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GOLDKIND-App

Die Stiftung GOLDKIND plant einen KI-Bot, um betroffenen Kinder und Jugendlichen auch außerhalb der drei wöchentlichen Beratungszeiten Orientierung und Unterstützung anbieten zu können.

Eine Basis, welche Art Hilfe am dringendsten benötigt wird, bilden die Chat-Verläufe des Chat-Programms Tidio.

2026 wird ein KI-Bot entwickelt, der 24/7 standardisierte Anfragen von Nutzer:innen direkt annehmen und beantworten kann – als zeitlich unabhängige Ergänzung der Live-Chats mit den psychologischen Berater:innen.

Das KI-gestützte Angebot soll sich durch eine altersgerechte, empathische und sensible Gesprächsführung auszeichnen und bei entsprechendem Bedarf an passgenaue Hilfsprogramme weiterleiten.

GOLDKIND hat sich im Herbst 2025 aus mehreren Angeboten für den Dienstleister AI Superior entschieden, der nun ein unabhängiges KI-Programm entwickelt, das klaren Sicherheits- und Kinderschutzanforderungen genügt. Die Entscheidung auf diesen Dienstleister entfiel aufgrund dessen hoher Qualitätsstandards.

Der Chat-Bot kann ggf. später zu einer eigenen Plattform bzw. App erweitert werden.

Höchstes Augenmerk legt GOLDKIND dabei auf den Datenschutz und die Sicherheit für Kinder, die Akzeptanz und das Vertrauen der Zielgruppe sowie eine ausreichende Qualitätssicherung durch Expert:innen aus Psychologie und Pädagogik.

Fachlich geleitet wird die Entwicklung auf GOLDKIND-Seite von Geschäftsführerin Dr. Lydia Unterberger.

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Die GOLDKIND-Kampagne

Die 2024 begonnene Bewegtbild-Kampagne von GOLDKIND auf den Infoscreens Münchens lief 2025 weiter – jeweils an den U- und S-Bahn-Standorten Münchner Hauptbahnhof, an der Münchner Freiheit und am Marienplatz.

Möglich machen das Pro-Bono-Schaltungen durch die Ströer-Tochter Ambient Media TV.

Die Werbung auf konventionellen Plattformen hat 2025 zu der allgemein erfreulich gesteigerten organischen Reichweite der Stiftung beigetragen.

Neue Motive sollen 2026 noch einmal mehr in den Vordergrund stellen, wie dringend Kinder Hilfe benötigen. Eine Ausweitung der Kampagne auf andere Standorte steht in Aussicht.

Die Kampagne wurde kostengünstig inhouse gestaltet.

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In Planung

Für 2026 steht als zentrales Projekt die Entwicklung eines KI-Bots für die Zielgruppe im Vordergrund.

GOLDKIND plant zudem eine Umstrukturierung der Website-Navigation, die den einzelnen Zielgruppen und unterschiedlichen Gruppen von Interessierten einen leichteren und schnelleren Zugriff auf die für sie relevanten Inhalte ermöglicht.

Außerdem ist der Ausbau von Beratungsangeboten vor Ort vorgesehen – nach der erfolgreichen Installation in München ist im nächsten Schritt ein Angebot in Hamburg in Vorbereitung. Ein kompetenter und erfahrener Kooperationspartner ist mit Auf Kurs – Jugendhilfe gGmbH bereits gefunden.

Flankierend nimmt GOLDKIND 2026 die Unterstützung für ein Patenprogramm in Hamburg auf: Partner hierbei ist die PFIFF gGmbH – Fachdienst für Familien.

Der Ausbau der Bekanntheit der Stiftung GOLDKIND in Social Media wird mit regelmäßigen, auf die einzelnen Zielgruppen optimierten Inhalten weiter vorangetrieben.

Die Weiterentwicklung des Manuals Hermine ist neben dem kontinuierlichen Ausbau der Reichweite auf allen Kanälen ein weiterer Meilenstein in der Arbeit der GOLDKIND – Stiftung für Kinder aus dysfunktionalen Familien.