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Gemeinsam für starke Familien: Fachtagung zeigt Wege zur besseren Unterstützung
Gemeinsam für starke Familien: Fachtagung zeigt Wege zur besseren Unterstützung

Gemeinsam für starke Familien: Fachtagung zeigt Wege zur besseren Unterstützung

Auf der Fachtagung „Und wer fragt mich? 3.0“ in Heidelberg haben rund 230 Fachkräfte, Wissenschaftler:innen und Engagierte zwei Tage lang diskutiert, wie Kinder psychisch und suchtkranker Eltern endlich besser unterstützt werden können. Das klare Ergebnis: Es braucht verbindliche Strukturen, mehr Zusammenarbeit und eine neue Perspektive auf Prävention. Damit Familien nicht länger durchs Raster fallen.

Die anwesenden Expert:innen sind sich einig: Kinder psychisch und suchtkranker Eltern brauchen mehr als Einzelprojekte, sie brauchen ein System, das sie wirklich sieht. Thema der Fachtagung war unter anderem, wie vernetzte Hilfen, tragfähige Strukturen und echte Zusammenarbeit über Systemgrenzen hinweg gelingen können.

Wissen allein reicht nicht

Die Tagung machte deutlich: Es gibt genug Forschung, innovative Ansätze und engagierte Fachkräfte. Doch ohne strukturelle Reformen bleibt Prävention ein Flickwerk. Kinder belasteter Familien fallen durch die Lücken zwischen den verschiedenen Sozialgesetzbüchern SGB V (Gesundheit), SGB VIII (Jugendhilfe) und SGB IX (Rehabilitation). Prävention wird als Kostenfaktor gesehen, nicht als Investition. Dabei spart sie langfristig Leid und Geld. Aktuell werden vor allem Kinder psychisch kranker Eltern oft nicht erfasst, solange die Eltern nicht offiziell in Behandlung sind. Un doft nicht einmal dann.

Familien im Zentrum, nicht Systemlogiken

Ein zentraler Appell der Tagung: Familien müssen im Mittelpunkt stehen, nicht bürokratische Hürden oder Leistungsträger. Die aktuellen Vergütungsmodelle passen nicht zu den realen Bedarfen der Betroffenen. Hilfen müssen Hand in Hand gehen, ohne Lücken zwischen den Systemen.

Was jetzt passieren muss: Lösungswege

  • Prävention zur Regelversorgung ausbauen: Erfolgreiche Projekte müssen dauerhaft und flächendeckend finanziert werden durch gemeinsame Budgets von Gesundheits- und Sozialsystemen.
  • Systeme verzahnen: Jugendhilfe, Gesundheit und Soziales müssen besser zusammenarbeiten (SGB V, VIII, IX, XII). Ein Landesgesetz (wie in Rheinland-Pfalz) könnte Rechtssicherheit schaffen.
  • Familien ganzheitlich unterstützen: Nicht nur die Kinder, sondern die gesamte Familiensituation muss in den Blick genommen werden, z. B. durch sozialräumliche Angebote, die Jugendhilfe, Gesundheit und Soziales verbinden.
  • Niedrigschwellige Hilfen ausbauen: Angebote in der Kommune und im Klinikbetrieb (wie GuG-Auf), Bewusstsein und Kompetenz in Kita und Schule, ebenso digitale Beratungsformate wie die GOLDKIND-Sprechstunde oder Hilfen im Netz können Zugänge ermöglichen.
  • Kinder müssen früher gesehen werden, auch wenn die Eltern nicht in Behandlung sind.
  • Fortbildungen ausbauen: Erzieher:innen, Lehrer:innen und Sozialarbeiter:innen brauchen mehr Wissen über psychische Erkrankungen, um Warnsignale zu erkennen.
  • Zusammenarbeit fördern: Jugendämter, Gesundheitsdienste und Schulen müssen gut vernetzt werden, damit Wissentrasfer gelingt. 
  • Frühe Hilfen absichern: Angebote wie Familienhebammen oder Elternkurse müssen dauerhaft finanziert werden, statt erst zu handeln, wenn Probleme eskalieren.

Veränderung gelingt nur gemeinsam

Die Tagung hat gezeigt: Die Lösungen sind da! Jetzt braucht es den politischen Willen, sie umzusetzen. Auf dem Podium der Fachtagung stellten sich Vertreterinnen von Landesregierungen und Krankenkassen, aus dem Bundestag und dem Familienministerium den Fragen und Anregungen der Fachleute, darunter Stephanie Bosch, Dachverband der Betriebskrankenkassen, Kirsten Grogo, Landesjugendamt Rheinland-Pfalz, Klaus Wilms, GKV-Bündnis Prävention Rheinland-Pfalz, Kirsten Kappert-Gonther, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Vorsitzende des Gesundheitsausschuss des Bundestags und Mareike Lotte Wulf, CDU, Parlamentarische Staatssekretärin im BMBFSFJ und viele mehr. 

Die Vertreterinnen aus Berlin ermutigten die Teilnehmenden der Fachtagung noch einmal ausdrücklich: Ein Fachverband mit geeinter Position und Durchhaltevermögen könne Schlagkraft entfalten, versicherten sie. Die Veranstaltung hat bewiesen, es gibt genug Ideen. Jetzt braucht es Taten. Kinder psychisch und suchtkranker Eltern dürfen nicht länger durch die Maschen der Systeme fallen. Prävention muss zur Regel werden, nicht zur Ausnahme.

Eine Collage zeigt Eindrücke von der Fachtagung "Und wer fragt mich?" in Heidelberg, April 2026: oben links sieht man ein Foto vom Zoo neben der Tagungsstätte, auf dem fünf Störche auf Bäumen zu sehen sind. Links unten ein paar Flyer von GOLDKIND, die ausliegen, oben rechts ein Bild von der Tagung mit vielen Teilnehmern, die zur Bühne sehen, wo eine Beispielfolie erkennbar ist aus de, Vortrag, unten rechts die Liedermacherin Laura Braun, die den Abend ausklingen ließ, Mitte unten Susanne Herrmann und Lydia Unterberger von GOLDKIND.
Eindrücke von der Fachtagung: Die Störche im Heidelberger Zoo waren nicht auf der Tagung, aber willkommene Nachbarn (o.l.). GOLDKIND war mit Flyern (u.l.) vertreten. Susanne Herrmann und Dr. Lydia Unterberger (u. Mitte, v.l.) konnten alle immer gut an ihren Jutebeuteln (Mitte) erkennen. Im vollbesetzten Tagungssaal gab es tagsüber die Arbeit an Lösungen (u.r.), in den Abend geleitete Liedermacherin Laura Braun (u.r.).

Die Tagung wurde unterstützt vom Bündnis für Kinder aus psychisch und suchtbelasteten Familien (KipsFam) und gemeinsam durchgeführt vom AFET-Bundesverband für Erziehungshilfe e.V., der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde e.V. (DGPPN), der Deutschen Gesellschaft für Psychologie (DGPs), der Deutschen Gesellschaft für Systemische Therapie, Beratung und Familientherapie e.V. (DGSF), dem Deutschen Jugendinstitut (DJI), der Deutschen Liga für das Kind in Familie und Gesellschaft e.V., der Marcé Gesellschaft für peripartale psychische Erkrankungen e.V., Nationales Zentrum Frühe Hilfen (NZFH) im Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) sowie Schatten & Licht e.V. – Initiative peripartale psychische Erkrankungen.

 

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