Gewalt zu Hause ist niemals okay!
Jedes Kind hat das Recht, sicher zu sein und sich zu Hause sicher zu fühlen.
- 3 Min. Lesezeit
- aktualisiert am 12.07.2026
Gewalt in der Familie ist nie in Ordnung – egal, ob sie einen direkt trifft oder ob man sie zwischen Eltern, Geschwistern oder anderen miterlebt. Viele Jugendliche denken: „Das passiert nur bei uns“, „Ich bin selbst schuld“ oder „Das ist halt so“. Das stimmt nicht. Kein Kind ist schuld, wenn Eltern gewalttätig werden.
- Gewalt ist verboten (§ 1631 BGB), auch Schreien, Demütigungen oder Schläge.
- Das kommt leider sehr oft vor: Studien zeigen, dass drei von zehn Kindern in Deutschland Gewalt erleben. Aber: Die meisten reden nicht darüber.
- Hol Hilfe. Egal, ob du selbst betroffen bist oder jemanden kennst, der Schutz braucht.
Gewalt hat viele Gesichter – nicht nur blaue Flecken
1. Was ist überhaupt „Häusliche Gewalt“?
Einige Verletzungen sieht man sofort, andere fühlt man.
- Körperlich: Ohrfeigen, Tritte, Festhalten, sexueller Missbrauch
- Psychisch: Beleidigungen, Drohungen, Einsperren, Ignorieren
- Indirekt: Es verletzt die Kinder, wenn sie miterleben, wie sich ihre Eltern sich gegenseitig verletzen.
- Vernachlässigung: Wenn Eltern nicht das Wichtigste geben können, was Kinder brauchen, zum Beispiel genug Essen, saubere Kleidung, Trost und Kümmern, Besuche beim Arzt.
Wichtig: Selbst wenn in der Familie „nur“ gestritten wird – sobald man Angst spürt, ist das ein deutliches Warnsignal.
2. Warnsignale für häusliche Gewalt: Hier stimmt etwas nicht
Gewalt hinterlässt Spuren. Manche kann man sehen, manche tief in sich spüren.
- Körperlich: blaue Flecken, Narben, häufige „Unfälle“
- Innerlich (psychisch): Albträume, Schlafstörungen, plötzliche Wut oder Rückzug
- Verhalten: Wenn Kinder verantwortlich für den Alltag sind. Wenn sie jeder Diskussion aus dem Weg gehen oder Angst vor bestimmten Personen haben.
Wenn du in deiner Familie oder bei Menschen, die du kennst, solche Warnzeichen siehst: Schau nicht weg, frag jemanden nach einer zweiten Meinung dazu, sprich mit jemandem, der helfen kann.
3. Was kann man bei häuslicher Gewalt tun?
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Erste Schritte: Rat suchen – kostenlos und anonym
- Nummer gegen Kummer für unter 25-Jährige: 116 111
- Hilfetelefon Gewalt: 0800 22 55 530 – auch bei sexuellem Missbrauch
- Telefonseelsorge: 116 123 – auch per Chat
- Chat: zum Beispiel bei GOLDKIND
- Mit einer vertrauten Person reden. Das kann eine Lehrkraft oder ein:e Freund:in sein.
- Bei akuter Gefahr: Die Polizei unter 110 anrufen.
- Codewort „Maske 19“: Das Codewort ist für Menschen gedacht, die von Gewalt betroffen sind. Es ist unter anderem in Kliniken, Arztpraxen und Apotheken bekannt. Dort erhältst du sofort Hilfe.
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Diskretes Handzeichen „Signal for Help“
– zum Beispiel in Video-Calls oder unter Menschen:
- Handfläche nach außen zeigen.
- Daumen in die geöffnete Handfläche legen.
- Die Finger darüber zur Faust schließen.
Das bedeutet: „Ich brauche Hilfe, aber ich kann nicht reden.“
Niemand muss warten, bis es „schlimm genug“ ist.
Viele denken, was ihnen passiert, ist nicht schlimm genug für Hilfe. Oder „Ich halte das schon aus“. Aber die Gewalt wird nicht von allein aufhören. Je früher Betroffene sich Hilfe suchen, desto schneller bekommen sie Schutz.
Hilfe holen ist keine Schwäche oder peinlich. Es ist mutig, sich einzugestehen, dass etwas nicht stimmt. Und es ist stark, Hilfe zu suchen.
Niemand muss mit Gewalt allein bleiben. Es gibt Menschen, die helfen und Betroffene schützen können. Jeder verdient ein Leben ohne Angst.