Wenn man dem eigenen Urteil nicht mehr trauen kann.

Hast du schon mal erlebt, dass jemand deine Gefühle oder deine Erinnerungen kleinmacht oder dir das Gefühl gibt, du würdest dir Dinge nur einbilden? Vielleicht denkst du dann: „Ich stelle mich doch nur an!“ oder „Das war gar nicht so schlimm.“ Oder „Bin ich verrückt?“
Genau das passiert bei „Gaslighting“.

Gaslighting
Inhaltsverzeichnis

1. Was ist Gaslighting?

Bei Gaslighting beeinflusst eine Person eine andere so, dass diese an sich selbst zweifelt – an den eigenen Gedanken, Gefühlen und der Sicht auf das, was passiert ist.
Zum Beispiel macht die Person andere klein. Oder behauptet, dass andere übertreiben. Jemand versucht also bewusst, andere zu verunsichern und ihnen das Gefühl zu geben, sie könnten ihrer eigenen Wahrnehmung nicht mehr trauen.

Gaslighting kann in Familien, Partnerschaften, Freundschaften oder sogar in der Schule passieren. Die Methode benutzen zum Beispiel Menschen mit Narzissmus, weil sie andere dann leichter kontrollieren können.

2. Was sind die Anzeichen von Gaslighting?

„Gaslighter“ nutzen ein paar Tricks, die erst mal gar nicht sofort auffallen.

  • Sie erzählen häufig Lügen oder verdrehen die Wahrheit.
  • Sie machen anderen oft Vorwürfe oder sagen Sachen über andere, die nicht stimmen.
  • Sie reden schlecht über andere (wenn die nicht dabei sind), und machen sich über sie lustig.
  • Sie bringen andere dazu, an ihren Erinnerungen oder ihrem Verstand zu zweifeln.

Die Menschen, die das Ziel von Gaslighting sind, fühlen sich dadurch immer unsicherer, verlieren Selbstvertrauen und zweifeln an ihrer Wahrnehmung und ihren Gefühlen.

3. Was kann man gegen Gaslighting tun?

Diese Dinge helfen:

  • Distanzieren: Kontakt zu Menschen meiden, die einem nicht guttun. Manchmal hilft es, Abstand zu gewinnen – egal ob Freundschaft, Familie oder Gruppe.
  • Grenzen setzen: Deutlich „Stopp“ sagen oder „Das stimmt so nicht“ zu denen, die einen immer wieder verunsichern oder schlecht behandeln.
  • Dem Bauchgefühl vertrauen: Wenn etwas nicht stimmt, hilft es, das ernst zu nehmen und erst einmal mit einer neutralen Person darüber zu reden.
  • Aufschreiben, was passiert: Wer Situationen notiert, in denen man sich schlecht behandelt oder falsch verstanden fühlt, sieht später, ob die Erinnerungen daran stimmen.
  • Mit anderen sprechen: Freundinnen und Freunde, Familie oder eine Vertrauensperson können oft eine neutrale Beurteilung der Situation liefern – und helfen.
  • Professionelle Hilfe holen: Beratungsstellen, Lehrkräfte, Sozialarbeit oder Psychotherapeut:innen können helfen, besser mit der Situation klarzukommen.
  • Das Ziel von Gaslighting ist nicht schuld daran: Jeder Mensch hat das Recht, sich zu schützen und Hilfe zu suchen.

Gaslighting ist eine Form von psychischer Gewalt, aber man kann sich dagegen schützen. Wenn du betroffen bist, denk daran: Du bist nicht allein, du bist nicht „verrückt“ und es gibt Hilfe.

Wenn dir das viel zu bekannt vorkommt: Bitte rede mit jemandem, dem du vertraust. Hol dir Hilfe. Du musst das nicht allein schaffen. Sprich mit unseren Beraterinnen im Live-Chat